Weltweit ist die Zahl der Krebsdiagnosen bei Menschen unter 50 deutlich gestiegen. Wir zeigen, was die Zahlen aussagen, ab wann die Früherkennung in Deutschland und der Schweiz einsetzt und was ein Ganzkörper-MRT untersucht und was nicht.

Krebs vor 50: Was die Zahlen zeigen

1990 erhielten weltweit rund 1,8 Millionen Menschen unter 50 eine neue Krebsdiagnose, 2019 waren es rund 3,3 Millionen. Das ist ein Anstieg von 79 %. Die Zahlen stammen aus einer Auswertung im Fachjournal BMJ Oncology, in der Forschende Daten zu 29 Krebsarten aus 204 Ländern und Regionen zusammengeführt haben. Die Zahl der Todesfälle in dieser Altersgruppe stieg im gleichen Zeitraum um knapp 28 % auf gut eine Million pro Jahr.

Je nach Krebsart sieht das Bild verschieden aus. Brustkrebs machte 2019 bei Menschen unter 50 die meisten Fälle aus. Am schnellsten nahmen Krebs im Nasenrachenraum und Prostatakrebs zu, um etwas mehr als 2 % pro Jahr, während Leberkrebs um knapp 3 % pro Jahr zurückging. Bei den Todesfällen stiegen Nieren- und Eierstockkrebs am stärksten. Die höchsten Erkrankungsraten gab es in Nordamerika, Australasien und Westeuropa.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die 79 % beschreiben die Zahl der Fälle, nicht das Risiko der einzelnen Person. Und die Forschenden halten fest, dass die Qualität der Krebsregister von Land zu Land schwankt und offen ist, wie stark mehr Früherkennung und Umwelteinflüsse in frühen Lebensjahren die Entwicklung mitprägen. Als wichtigste Risikofaktoren nennen sie Ernährung, Alkohol und Tabak, dazu Bewegungsmangel, Übergewicht und einen hohen Blutzucker.

Die Fallzahlen sind gestiegen. Warum, ist bislang nur teilweise geklärt.

Ab wann die Früherkennung in Deutschland und der Schweiz einsetzt

In Deutschland haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf mehrere Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung, die meisten beginnen aber spät. Frauen können ab 20 einen Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs machen lassen, ab 30 kommt die Untersuchung der Brust dazu. Ab 35 gibt es für alle ein Hautkrebs-Screening, alle zwei Jahre. Männer haben ab 45 weiterhin Anspruch auf eine jährliche Tastuntersuchung von Prostata und Genitalien, die aktuelle Leitlinie empfiehlt sie zur Früherkennung allerdings nicht mehr. Mit 50 folgen die Darmkrebs-Früherkennung und für Frauen das Mammografie-Screening, seit dem 1. April 2026 zudem eine jährliche Lungen-CT für Menschen zwischen 50 und 75 mit starkem, langjährigem Rauchen.

Gesetzliche Krebsfrüherkennung in Deutschland: ab welchem Alter

Beginn des Anspruchs für gesetzlich Versicherte, Stand März 2026.

20FrauenGebärmutterhals-Abstrich30FrauenUntersuchung der Brust35Frauen und MännerHautkrebs-Screeningalle zwei Jahre45MännerProstata und GenitalienTastuntersuchung, nicht mehr empfohlen50FrüherkennungsprogrammeDarmkrebs-FrüherkennungMammografie (Frauen, bis 75)Lungen-CT bei starkem RauchenUNTER 50AB 50
Schematische Übersicht, keine Empfehlung im Einzelfall.

Unter 50 stützt sich die Früherkennung damit vor allem auf Abstrich, Tast- und Hautuntersuchung. Die Untersuchungen, die tiefer in den Körper blicken, beginnen mit 50.

In der Schweiz ist der Massstab die Empfehlung der Krebsliga: Mammografie-Programme für Frauen von 50 bis 74 und Darmkrebs-Früherkennung von 50 bis 74, mit Stuhltest alle zwei Jahre oder Darmspiegelung alle zehn Jahre. Die Programme laufen über die Kantone, und nicht jeder Kanton bietet sie an. Für Haut und Prostata empfiehlt die Krebsliga bei Menschen ohne erhöhtes Risiko keine systematische Früherkennung.

Wie verschieden Altersgrenzen sein können, zeigt ein Blick in die USA. Dort empfiehlt die Preventive Services Task Force die Darmkrebs-Früherkennung seit 2021 schon ab 45, auch weil die Fälle bei Jüngeren zugenommen haben. In Deutschland und der Schweiz liegt die Grenze bei 50.

Was ein Ganzkörper-MRT untersucht

Ein MRT arbeitet mit Magnetfeldern und Radiowellen statt mit Röntgenstrahlen, und beim Aeon Full Body kommt zudem kein Kontrastmittel zum Einsatz. Die Untersuchung umfasst Gehirn, Brustkorb, Aorta und grosse Gefässe, alle grossen Organe, das Becken, die gesamte Wirbelsäule mit den Bandscheiben, die Lymphknoten, Rachen und Kehlkopf sowie Schultern und Hüften. Zu den Organen zählen zum Beispiel Nieren, Leber und Bauchspeicheldrüse. Im Becken gehört ein Basis-Check von Prostata und Hoden beziehungsweise von Gebärmutter und Eierstöcken dazu.

Für Nieren und Bauchspeicheldrüse gibt es in Deutschland und der Schweiz kein Früherkennungsprogramm. Die gesetzlichen Programme umfassen Brust, Darm, Gebärmutterhals, Haut, Lunge und Prostata. Der Grund ist, dass für Menschen ohne Beschwerden nicht belegt ist, dass ein Screening mehr nützt als schadet. Für die Bauchspeicheldrüse fand die US-amerikanische Preventive Services Task Force keine Evidenz, dass ein Screening die Sterblichkeit senkt, und schätzte den möglichen Schaden als mindestens moderat ein. Ihre Empfehlung gilt für Menschen ohne erhöhtes Risiko, etwa durch erbliche Syndrome. Für Nierenkrebs fand eine systematische Übersicht einer Arbeitsgruppe der Europäischen Gesellschaft für Urologie keine hochwertigen Belege, dass ein Screening Erkrankungen oder Todesfälle verringert. Ein Ganzkörper-MRT bildet diese Organe ab, und das ärztliche Team beurteilt die Aufnahmen. Dass ein Verfahren ein Organ abbildet, belegt aber noch keinen Nutzen als Screening. Zu Aeon Full Body gehören ein Arztgespräch, eine Blutdruckmessung und ein ärztlich geprüfter Bericht.

Was ein MRT nicht ersetzt und was die Studien sagen

Ein Ganzkörper-MRT ersetzt keine der bestehenden Früherkennungsuntersuchungen. Die Übersicht zeigt, warum.

Früh­erkennung Was sie leistet, das ein MRT nicht leistet
Darm­spiegelung oder Stuhl­test Die Darm­spiegelung blickt direkt in den Darm, der Stuhl­test sucht nach verstecktem Blut. Beide gehören zu Programmen mit belegtem Nutzen.
Mammografie Sie ist Teil eines Programms mit Qualitäts­sicherung, und ihr Nutzen wurde in Studien untersucht.
Haut­kontrolle Eine Praxis beurteilt Muttermale und Haut mit dem Auge. Dafür ist ein MRT nicht ausgelegt.
Abstrich am Gebärmutter­hals Der Abstrich untersucht Zellen und HPV-Viren. Ein MRT zeigt Gewebe, keine einzelnen Zellen.

Dazu kommt die Studienlage. Eine Auswertung von zehn Studien mit rund 9000 Erwachsenen ohne Beschwerden, 2026 in der Fachzeitschrift European Radiology erschienen, kam auf bestätigte Krebsfälle bei etwa 1,6 von 100 untersuchten Personen. Die Forschenden verweisen auf häufige Zufallsbefunde, uneinheitliche Untersuchungsprotokolle und fehlende Langzeitdaten. Aus ihrer Sicht reichen die Ergebnisse, die Nachbeobachtung und die Standardisierung bisher nicht für einen routinemässigen Einsatz bei Menschen ohne Beschwerden.

Wichtig

Wer ohne Beschwerden ein Ganzkörper-MRT machen lässt, entscheidet sich für eine persönliche Untersuchung, nicht für ein Früherkennungsprogramm.

Zufallsbefunde und falsch positive Ergebnisse sind bei Untersuchungen dieser Art ein bekanntes Thema. Was sie bedeuten, erklären unsere Beiträge zu Sensitivität und Spezifität und zu MRI-Fehldiagnosen.

Wer früher hinschauen möchte

Es gibt zwei naheliegende Anlässe, früher hinzuschauen. Der erste ist die Familiengeschichte. Sind nahe Verwandte jung an Krebs erkrankt, ist das Gespräch in der Hausarztpraxis der erste Schritt. Die Krebsliga rät Menschen mit erhöhtem Risiko, mit einer medizinischen Fachperson zu besprechen, ab welchem Alter eine Früherkennung für sie sinnvoll ist, bei Darm und Brust ebenso wie bei der Prostata, wo sie ab 40 dazu rät, wenn Verwandte ersten Grades erkrankt sind. Mehr zur Vorsorge findest du in unseren Beiträgen zur Vorsorge für Männer und zur Vorsorge bei der Frau.

Der zweite Anlass ist der Wunsch nach einem Ausgangsbild: Du möchtest wissen, wie dein Körper heute aussieht, um später vergleichen zu können. Das ist eine persönliche Entscheidung und keine medizinische Notwendigkeit. Ein Gespräch vorab hilft dir, Nutzen und Grenzen für dich einzuordnen.

Fazit

Krebs tritt im höheren Alter häufiger auf, doch die Zahl der Diagnosen bei Menschen unter 50 ist weltweit gestiegen, und die Gründe sind erst teilweise geklärt. Die gesetzliche Früherkennung deckt vor 50 nur einzelne Krebsarten ab, vor allem über Abstrich, Tast- und Hautuntersuchung. Für Nieren und Bauchspeicheldrüse gibt es kein Programm, weil ein Nutzen nicht belegt ist. Ein Ganzkörper-MRT bildet diese Regionen ab, ersetzt aber keine bestehende Untersuchung und ist nach heutiger Studienlage keine Routine für alle. Wenn dich das Thema beschäftigt, zählt dein eigenes Bild: Familiengeschichte, offene Fragen, der Wunsch nach einem Ausgangsbild. Im kostenlosen Beratungsgespräch kannst du das vor einer Buchung klären.

Buche einen Scan Termin in Deutschland: hier buchen. Oder zuerst kostenlos beraten lassen: Schweiz · Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Bin ich mit 40 zu jung für Krebs?

Krebs kann in jedem Alter auftreten, im höheren Alter ist er aber häufiger. Die Studie zeigt, dass die Zahl der Diagnosen bei Menschen unter 50 weltweit gestiegen ist, sie sagt aber nichts über das Risiko einer einzelnen Person. Fragen zu deinem eigenen Risiko besprichst du am besten in deiner Hausarztpraxis.

Was ist der Unterschied zwischen einem Früherkennungsprogramm und einem Ganzkörper-MRT?

Ein Früherkennungsprogramm richtet sich an eine festgelegte Gruppe in einem bestimmten Alter und folgt Qualitätsvorgaben. Ein Ganzkörper-MRT ist eine persönliche Untersuchung ausserhalb eines Programms, und für Menschen ohne Beschwerden liegen dazu bisher keine Langzeitdaten vor.

Zeigt ein Ganzkörper-MRT jede Krebsart?

Nein. Kein Verfahren zeigt jede Krebsart in jedem Stadium, auch ein MRT nicht. Veränderungen, die zu klein sind oder ausserhalb der untersuchten Regionen liegen, sind auf den Bildern nicht zu sehen, und ein Befund beschreibt nur den Tag der Untersuchung.

Was passiert, wenn auf den Bildern etwas Auffälliges zu sehen ist?

Der Befund steht in einem ärztlich geprüften Bericht und wird mit dir besprochen. Zufallsbefunde sind bei solchen Untersuchungen häufig, deshalb wird jeder Befund im Zusammenhang beurteilt. Wie es weitergeht, hängt vom Befund ab und wird im Gespräch geklärt.

Ist ein Ganzkörper-MRT mit Strahlung verbunden?

Nein. Ein MRT arbeitet mit Magnetfeldern und Radiowellen, nicht mit Röntgenstrahlen. Beim Aeon Full Body kommt ausserdem kein Kontrastmittel zum Einsatz.

Quellen